MadNews.org Wachsam 37 mit Rente 3 Minuten Rente mit 37 Frei Sein Lied mit 37 Rente Gästebuch Konntakt Verweise Statement mit 37 RenteRente mit 37 version 2 :)Es gibt Dinge, über die kann ich mich maßlos aufregen. Wenn eine alte Oma beispielsweise vor dem Zebrastreifen steht und sich nicht über die Straße traut, ich ihr dann helfe und sie sich im Anschluss daran beschwert, weil sie gar nicht über die Straße wollte. Dann soll sich die gute Frau bitte woanders hinstellen. Genauso regt es mich auf, wenn ich an meine früheren schlechten Arbeitsbedingungen denke. Über Jahre hinweg habe ich mich dabei schikanieren lassen. Dabei muss man sagen, dass früher ja eigentlich immer alles besser war. Und trotzdem war es bei mir in der Arbeit ein unzumutbarer Zustand. Der ständige Druck und all der Stress waren beides Dinge, die mir sehr zusetzten. Hinzu kam noch, dass sich jeder im Büro ständig gegenüber dem Chef profilieren wollte. Dieser förderte das Trauerspiel auch noch, indem er die besten Mitarbeiter belohnte und ihnen Prämien zahlte. Ein normaler Mitarbeiter wie ich, der pflichtbewusst seinen Dienst nach Vorschrift erledigte und auch seine Krankheiten jedes Jahr ordnungsgemäß ausgiebig Zuhause auskurierte, um bloß niemanden im Büro anzustecken, zog hier offenbar stets den Kürzeren. So entstand ein in meinen Augen unnötige Wettbewerb im Büro. Wer hatte die besten Ideen? Wer konnte der Firma den meisten Gewinn verschaffen? Wo konnte man noch Einsparungsmaßnahmen treffen? Es grenzte fast schon an Mobbing, dass meine Kollegen einen derartigen Fleiß an den Tag legten. Immerhin konnte so eine Einstellung zur Arbeit nicht normal sein. Doch meinem Chef schien das zu gefallen.Dann kam der Tag, an dem ich mir diese Demütigung nicht länger bieten lassen wollte. Lange genug hatte ich geschwiegen. Doch irgendwann musste ich einfach meine Stimme gegen eine derartige Unmenschlichkeit erheben. Ich marschierte als schnurstracks in das Büro meines Chefs und machte meinem Ärger ordentlich Luft. Ich sprach alles an, was mir in dem Moment auf der Seele lag. Dieses ungeheure Mobbing unter den Kollegen, der Stress jeden Tag von früh bis spät, der ständige Druck und das Verlangen nach unmenschlichen Leistungen am Arbeitsplatz. Dabei argumentierte ich sehr geschickt und brachte auch zur Sprache, dass immerhin Krieg und Folter in Guantanamo Bay toleriert wird, in unserer Firma müssten sich die Mitarbeiter wie ich unsäglichen Qualen aussetzen - und das Tag für Tag! In den ersten Sekunden war mein Chef ziemlich verdutzt. Dann reagierte er ungläubig auf meine Anschuldigungen und fand meine Argumentation sogar ziemlich lächerlich. Als ich schließlich unsere Firma mit dem Lager in Guantanamo verglich, verstand er allerdings keinen Spaß mehr und ließ den Sicherheitsdienst kommen. Ich gebe zu, dass ich vielleicht etwas im Zuge meiner emotionalen Rage etwas außer mir gewesen bin. Aber jeder andere an meiner Stelle hätte sicherlich dasselbe getan. Und ich hatte immerhin an diesem Morgen frisch geduscht, bevor ich meinen Hintern entblößte und diesen meinem Chef entgegen reckte, damit er mich daran lecken könne. Offenbar hat er diese Anspielung darauf, dass er mich eigentlich immer nur von hinten sieht und als Mensch selbst überhaupt nicht beachtet, vollkommen missverstanden. Ich fand mich nämlich wenig später in der Psychiatrie wieder, wogegen ich heftig protestierte. Doch in der Psychiatrie gibt man offenbar hinter der Eingangstür sofort sämtliche Menschenrechte ab. Anstatt mich ordentlich willkommen zu heißen und mir einen kühlen Drink zu servieren, wurde ich fixiert und unter eine Zwangsmedikation gestellt. Ich bin der Meinung, dass dies an eine Folter grenzte und den Zuständen in unserem Büro sehr ähnelte. Die Doktoren winkten jedoch nur ab, als ich diesen Vergleich anstellte. Außerdem war ich doch nicht krank, wie man mir unterstellte. Ich hatte weder rote Flecken im Gesicht, noch hatte ich mir das Bein gebrochen. Und eine laufende Nase hatte ich schon gleich dreimal nicht. Mehrere Ärzte hörten zwar meine Ausführungen an, doch konnte ich ihnen nicht begreiflich machen, worum es mir eigentlich ging. Immerhin konnte ich durch die Fixierung auch nicht so gestikulieren, wie es für meine Erklärungen sicherlich notwendig gewesen wäre. Hinzu kommt, dass die Ärzte doch sowieso keine Zeit mehr für den Patienten selbst haben. Nach einem kurzen Blick wird bereits die Diagnose erstellt und ein Rezept ausgeschrieben. So gibt es mehr Kohle und man kann sich sofort um die Diagnose beim nächsten Patienten kümmern. Doch in meinem Falle sollte das offenbar mein Glück sein. Denn die Ärzte stuften mich als nicht mehr arbeitsfähig ein. Seitdem ich 37 Jahre als bin, kassiere ich nun eine Rente in Höhe von **** € monatlich, wobei die betriebliche Zusatzrente noch ein kleiner Bonus ist. Na bitte, warum denn nicht gleich so? Dabei wollte ich eigentlich nur die Situation in unserem Büro verbessern. Immerhin habe ich nun die Zeit, um mich wirklich sozial engagieren und ehrenamtlich arbeiten zu können. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man mir auch dort keinen Stress macht. Denn der würde mich sonst nur wieder krank machen. Um alle Inhalte sehen zu können, benötigen Sie den aktuellen Adobe Flash Player. |